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Donnerstag, 20. September 2007
Prof. Dr. Michael A. Speidel, Universität Bern Zeugma eine römische Grenzstadt am Euphrat Die antike Grossstadt Zeugma (heute nahe Birejik im Südosten der Türkei) verdankte ihren ausserordentlichen Reichtum ihrer besonderen Lage. Hier im nördlichen Zweistromland, wo die Seidenstrasse den Euphrat überquerte, trafen die Kulturen des Mittelmeerraumes auf jene des Nahen und Mittleren Ostens. Als der Euphrat im ersten Jahrhundert vor Christus zum Grenzfluss zwischen dem Römischen Reich und dessen grösstem Rivalen – dem Reich der Parther (und später der Perser) – wurde, rückte die Stadt unvermittelt in den Brennpunkt des damaligen internationalen Geschehens und erlebte gleichzeitig ihre grösste Blüte. Ein kleines Schweizer Team entdeckte in Zeugma mit Hilfe modernster Methoden ein aussergewöhnliches römisches Militärlager. Aus den zahlreichen Funden römischer Inschriften konnte schliesslich auch die ehemalige Funktion dieser besonderen Anlage entschlüsselt werden. Das Ergebnis ist überraschend und weitreichend, denn es wirft ein ganz neues Licht auf die internationalen Beziehungen zwischen Rom und seinem östlichen Nachbarn sowie auf die Funktion und Entwicklung der römischen Grenzpolitik. Dabei darf nicht ausgeklammert werden, dass die Errichtung des Lagers auch für die Stadt Zeugma bedeutende Folgen hatte.
Prof. Dr. Michael Speidel ist Assistenzprofessor für Alte Geschichte an der Universität Bern und leitet das Mavors-Institut für antike Militärgeschichte in Basel. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt bei der Geschichte des römischen Heers, wo der Alltag der Soldaten sowie die Rolle der Armee für die Integration und Wirtschaft des Römischen Reiches im Vordergrund stehen. |
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