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Donnerstag, 1. Februar 2007 (zusammen mit dem Münzkabinett Winterthur)
Peter Erhart (Stiftsarchiv St. Gallen) «Herr und Nachbar» Urkunden gelten als wichtigste Quellen für unsere Kenntnis des frühmittelalterlichen Alltags. Sie zeigen uns Menschen, die öffentlich handeln, indem sie Besitz verkaufen, tauschen, schenken oder um ihn streiten. Sind diese Urkunden im Original erhalten geblieben, geben sie Aufschluss zum Schreiber und seiner Schrift, zur Qualität von Pergament und Tinte oder zur Form der Aufbewahrung im Archiv. Kaum eine andere historische Quellengattung wirft deshalb so viel Licht auf die kulturelle Vielfalt des Frühmittelalters. Mit über 800 Urkunden aus der Zeit vom 8. bis zum
10. Jahrhundert besitzt das Stiftsarchiv St. Gallen das grösste
frühmittelalterliche Archiv nördlich der Alpen. Mehr als 1000 Orts- und
Flurnamen werden in den Urkunden des Klosters St. Gallen erstmals
schriftlich greifbar. Unter diesen befinden sich auch die ältesten
Urkunden aus dem Raum Winterthur, dessen Beziehungen zum Kloster
St. Gallen sich damit bis ins 8. Jahrhundert zurückverfolgen lassen.
Diese Urkunden und ihre hohe Aussagekraft für die ethnischen, sozialen,
politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse im frühmittelalterlichen
Alemannien stehen im Mittelpunkt des Referates. Dr. Peter Erhart ist stellvertretender Leiter des Stiftsarchivs St. Gallen und Autor von Urkunden-Editionen und Publikationen über die Geschichte der Klöster im 8. und 9. Jahrhundert. |
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