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Donnerstag, 16. November 2006, 19.30 Uhr
Simon Erlanger und Erik Petry (Basel) «Nur ein Durchgangsland». Arbeitslager und
Internierungsheime für Flüchtlinge und Emigranten in der Schweiz 1940–1949 Als die seit 1933 gesetzlich vorgeschriebene Weiterwanderung von Emigranten durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verunmöglicht wurde, beschloss der Schweizer Bundesrat die Internierung von sich längerfristig in der Schweiz aufhaltenden Flüchtlingen. Diese Internierung sollte eine Integration und damit dauerhafte Niederlassung von (oft jüdischen) Flüchtlingen und Emigranten verhindern – Ziel blieb eine Weiterwanderung, was allerdings erst ab 1945 wieder möglich wurde. Eine eigens gegründete Behörde, die «Zentralleitung der Arbeitslager», war für die Umsetzung dieser Politik zuständig und betrieb bis 1949 Internierungslager. Aus den Unterlagen der Behörde, aber auch aus Zeugnissen von Flüchtlingen und Emigranten lassen sich der Betrieb der Lager und Heime, der Tagesablauf und die Disziplinierungspolitik, aber auch der Umgang der Insassen mit dem meist jahrelangen Freiheitsentzug bis hin zum Lagerkoller und Verzweiflungstaten rekonstruieren.
Simon Erlanger ist Historiker, Lehrbeauftragter an der Universität Luzern und Redaktor bei telebasel. Vor kurzem ist seine Dissertation über die Arbeitslager und Internierungsheime beim Chronos Verlag Zürich erschienen. Moderiert wird der Abend von Erik Petry, Historiker und Assistent an der Universität Basel (Institut für Jüdische Studien) |
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