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Dienstag, 31. Oktober 2006, 19.30 Uhr
Museum Lindengut, Römerstrasse 8, Winterthur
 

Markus Jedele-Schudel (Winterthur)
 

Kutschen und Fuhrwerke in Winterthur
Alltagsgeschichten zum Leben mit hölzernen Rädern

 

Anhand der Kutschen, Fuhrwerke und Schlitten,
die ab 1770 in der Stadt Winterthur zum festen Bestandteil des Stadtbildes gehörten, kann das Alltags- und Gesellschaftsleben im 19. und frühen 20. Jahrhundert von einer bisher unbekannten Seite aufgezeigt werden. Die Damen und Herren der Oberschicht präsentierten sich in edlen und teuren Equipagen und pflegten mit viel Fachwissen und grossem materiellen Einsatz ihre Fahrkultur. Der gewöhnliche Bürger hingegen war zu Fuss unterwegs und tätigte seine Transporte mit dem Handwagen.

Anhand von historischem Bildmaterial und erhaltenen Wagen können viele heute vergessene Lebensgewohnheiten und Alltagsbegebenheiten illustriert werden. Die am Bahnhof aufgestellten Hotelomnibusse repräsentierten die Winterthurer Hotellerie, die Bauern aus der Landschaft fuhren mit ihrem Bockwagen oder mit dem Handwagen zum Gemüsemarkt, Brauereiwagen und Sauserfuhrwerke erzählen von den Trinkgewohnheiten der Bewohner, die Fäkalienwagen von hygienischen Bedingungen in der Stadt, während bei Beerdigungen jeweils lange Trauerzüge dem Leichenwagen zum Friedhof folgten. Und 1895 verkehrten anlässlich des Schützenfestes erstmals Wagen des Pferdetrams – der innerstädtische öffentliche Verkehr war damit auch in Winterthur eingeführt.
 

Markus Jedele-Schudel, Architekt FH SIA SWB, lebt mit seiner Familie in Winterthur. Er ist Teilhaber des Architekturbüros Architekten Kollektiv in Winterthur und beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit Kutschen. Ende Oktober 2006 erscheint sein Buch «Kutschen, Fuhrwerke und Schlitten – Winterthur».

 


 


 

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