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Freitag, 9. Dezember 2005, 19.30 Uhr, Museum
Lindengut, Römerstrasse 8, Winterthur
Prof. Dr. Bernd Roeck (Uni Zürich) Die Nase Italiens – Profil eines Renaissancefürsten
Federico da Montefeltro (1422–1482) war einer der bedeutendsten Kunstmäzene der italienischen Renaissance. Seine finanziellen Mittel verdankte er dem Krieg, wurde er doch als erfolgreicher Condottiere, der für die italienischen Grossmächte ins Feld zog, zum schwerreichen Mann. Mit seiner Kunstpatronage suchte er der Mit- und Nachwelt seine illegitime Herkunft und vor allem auch die Tatsache, dass er nur durch einen politischen Mord an seinem Stiefbruder Oddantonio da Montefeltro an die Macht gekommen war, zu verbergen. Der mächtige Herzogspalast von Urbino, aber auch Kunstwerke von Weltrang – darunter Gemälde Paolo Uccellos und Piero della Francescas – legen davon Zeugnis ab. Federico da Montefeltro verstand es, aus Eisen Gold zu machen und aus Gold Kunst, die zum Ausdruck einer ausserordentlich erfolgreichen Kampagne im Dienst von Federicos Nachruhm wurde. Der Vortrag möchte mit der Kunstpatronage und den Herrschaftsstrategien des Mannes mit der Hakennase bekannt machen.
Bernd Roeck ist Professor für Geschichte der Neueren und Neuesten Zeit an der Universität Zürich und beschäftigt sich hauptsächlich mit der Geschichte der Stadt und dem Bürgertum wie auch mit Bildern und Kunstpatronage. Zusammen mit Andreas Tönnesmann hat er soeben eine Biographie Federico da Montefeltros verfasst (Verlag Klaus Wagenbach). |
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