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VORANKÜNDIGUNG 23. Juni bis 8. November 2009 Das russische Winterthur
Die Wolga fliesst bekanntlich nicht durch Winterthur, und zwischen der Schweiz und Russland liegen nicht nur in geografischer Hinsicht Welten. Und doch haben sich im Laufe der Geschichte, dank Auswanderung, geschäftlichen Beziehungen, politischen Motiven oder persönlichen Kontakten, immer wieder überraschende Berührungspunkte ergeben. Standen um 1900 den Schweizerinnen und Schweizern im Zarenreich zahlreiche Türen offen und fanden Winterthurer Industriebetriebe einen vielversprechenden Absatzmarkt vor, so änderte sich das Verhältnis mit der Revolution von 1917. Im Zeichen des Kommunismus war «Moskau» entweder Symbol einer lichten Zukunft oder Ort der Düsternis. In den letzten Jahren hat sich die Wahrnehmung wieder verschoben, sind die politischen und mentalen Grenzen durchlässiger geworden und ermöglichen damit einen neuen Blick auf eine Geschichte, die erstaunlich viele Gemeinsamkeiten aufweist. Diese Gemeinsamkeiten und Kontakte stehen im Zentrum der Ausstellung «russisches Winterthur», die erstmals überhaupt eine russisch-winterthurerische Geschichte thematisiert und auf dieser Spurensuche das bekannte Bild der Kultur-, Industrie- und Einwanderungsstadt Winterthur um bisher kaum wahrgenommene russische Inhalte und Querbezügen erweitert. Familienalben und Kinderstuben, Propaganda- und andere Schriften, Geschäftsakten und Diplome, Gemälde und Musiknoten erzählen zusammen mit Modellen und einem Koffer vom Reiz des Fremden, von wirtschaftlichen Zwängen, von erstaunlichen Karrieren oder von kulturellem Austausch. Die «grosse» Geschichte verbindet sich mit vielen «kleinen», oft persönlichen Geschichten, die nahtlos von der Vergangenheit in die Gegenwart führen und von Fotografien von Magdalena Dampz, Anita Hohengasser und Andreas Wolfensberger aus Russland und Armenien ergänzt werden.
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Das russische Winterthur
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